Für Kultur Interessierte ist London ein wahres Mekka. In kaum einer anderen Stadt der Welt findet man eine solch erlesene Sammlung an bedeutenden Werken wie in der britischen Hauptstadt.Ein grosser Vorteil der Museen ist, dass alle staatlichen Einrichtungen kostenlos besucht werden können. Nur privat betriebene und kleinere Museen sowie das Madame Tussaud's sind von dieser Regelung ausgenommen. Aber nicht nur kulturhistorisch ist London einen Besuch wert. Zahlreiche weltberühmte Musicals werden in Englands Metropole jedes Jahr aufgeführt und wenn man die Möglichkeit hat, sollte man ein solches Schauspiel keinesfalls verpassen.
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Die Ausstellungen der zahlreichen Museen Londons lassen die Herzen ihrer Besucher höher schlagen. Überall gibt es Spannendes, Schönes und Wissenswertes zu entdecken. Am besten konzentriert man sich bei einem Besuch Londons auf ein Thema, denn die Auswahl der Museen ist schier endlos.
Die National Gallery ist eines der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt, das in einem beeindruckenden Bau beherbergt ist und den Trafalgar Square begrenzt. In ihr befinden sich mehr als 2000 Werke grosser Künstler aus dem 13. bis zum 19. Jh.
Das British Museum enthält unter anderem den Stein von Rosette, ägyptische Mumien und Artefakte. Die Bibliothek des Museums umfasst über 350'000 Bände und ist ein Teil der British Library.
Das Science Museum hat sich, wie der Name schon sagt, der Forschung und Technik verschrieben und beheimatet als ganz besonderes Ausstellungsstück das Teleskop von Galileo Galilei. Gleich neben dem Science Museum befindet sich das National History Museum, das vor allem für Kinder ein Erlebnis ist, da hier auf anschauliche Weise die biologischen Zusammenhänge aufgezeigt werden. Auch schon die Eingangshalle mit dem Dinosaurier-Skelett eines Sauropoden entlockt den Kleinen ein staunendes Raunen.
Das 1851 bei der Weltausstellung eingeweihte Victoria und Albert Museum zeigte zu Anfang eine Sammlung von Gravuren und besitzt heute die grösste Ausstellung für Kunstgewerbe und Design.
Das Imperial War Museum zählt zu den wichtigsten Kriegsmuseen der Welt und informiert vor allem über die beiden Weltkriege. So beherbergt es etwa den Reichsadler der Reichskanzlei. Des Weiteren enthält das Museum auch Ausstellungen über die Falkland- und Vietnam-Kriege. Teil des Imperial War Museums bildet die HMS Belfast, ein britisches Kriegsschiff aus dem zweiten Weltkrieg. Dieses Schiff spielte bei der Invasion auf die Normandie eine wichtige Rolle. Des Weiteren trug es massgeblich zur Zerstörung deutscher Schlachtschiffe bei und half beim Beschuss nordkoreanischer Stellungen in der Nachkriegszeit.
Für einen Besuch des Madame Tussaud's muss man viel Zeit einplanen, da es wegen des Besucherstroms meist zu langen Warteschlangen kommt. Einmal drin, kann man berühmte Persönlichkeiten in bekannten Posen betrachten. Einige der Wachsfiguren gleichen ihren echten Originalen bis aufs Haar und animieren zu teils obszönen Photografien.
London ist bekannt für seine Theaterszene und bietet den Besuchern von Musicals, Opern und Theatern mit dem Opernhaus Royal Opera House und der Royal Albert Hall das dazu passende Ambiente.
Ein ganz besonderes Highlight ist der Besuch eines Stücks im Globe Theater, in der Bankside gelegen. Das ursprüngliche Globe Theater brannte ab und seine verkohlten Ruinen wurden erst beim Bau eines Bürogebäudes wieder entdeckt. Der amerikanische Schauspieler Sam Wanamaker nahm es sich zu Herzen, Shakespeares Theater wieder originalgetreu aufzubauen. Dank ihm können heute die Londoner Stücke von Shakespeare und anderen Autoren in der authentischen Atmosphäre des 16. und 17. Jh. erleben. Wegen des originalgetreuen Nachbaus besitzt das Globe Theater kein elektrisches Licht, was zur Folge hat, dass nur während des Sommers Aufführungen im Globe stattfinden, da an den längeren Tagen genügend Licht durch die offene Decke des Rundbaus einfällt.
In London findet man Kultur aber nicht nur in den Museen und Schauspielhäusern der Stadt. Überall hinterlassen Künstler ihre Spuren, wie etwa der bekannte Strassenkünstler Banksy (niemand weiss so genau, wer er ist), dessen Graffiti sich mittlerweile für eine Stange Geld verkaufen und viele Touristen dazu verleitet Londons Strassen nach seinen Werken zu durchsuchen. Weitere Einblicke in verschiedene Kulturszenen erhascht man etwa bei einem Besuch von Camden Town, das der Treffpunkt für alle Geschmäcker ist. Aber auch Stadtviertel wie Notting Hill bieten mit ihrem exotischen Einfluss der Einwanderer aus der ganzen Welt interessante und unterhaltsame kulturelle Höhepunkte. In Notting Hill findet jedes Jahr einer der grössten Karnevals ausserhalb Rios statt und verbreitet im ganzen Viertel einen Hauch von Copacabana und Zuckerhut.
Bereits im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung taucht London in den Geschichtsquellen auf und dient den Römern in dieser Zeit als Militärlager und Hafen. Während der grossen Völkerwanderung ging der römische Einfluss auf London verloren und die sogenannte dunkle Epoche begann in England, die durch zahlreiche Machtkämpfe der einzelnen Stämme gekennzeichnet war. Die Angeln und Sachsen verdrängten die Kelten in die Randregionen und erst ab dem 10. Jh. entstand ein Königreich Britannien, das in etwa mit dem heutigen United Kingdom übereinstimmt.
London spielte bei den Machtumwälzungen eine tragende Rolle, da hier ab Mitte des 1 1. Jh. das Zentrum der englischen Wirtschaft entstand und die königliche Verwaltung ihren Sitz nach Westminster verlegte. Durch die wirtschaftliche Stärke strebte der Londoner Adel nach einer gewissen Selbständigkeit von der Obrigkeit und erreichte sein Ziel in der weltberühmten "Magna Carta Libertatum" von 1215. Mit der Zeit wurden auch der niedere Adel und das städtische Bürgertum in die Regierungsangelegenheiten miteinbezogen, was dazu führte, dass England zum Mutterland des Parlamentarismus wurde. Wie fast ganz Europa wurde auch London 1348 für mehr als ein halbes Jahr von der Beulenpest heimgesucht und die Bevölkerung starb qualvoll an den Folgen des Schwarzen Todes.
Mit dem Beginn der Renaissance erlebten die Bewohner Londons eine regelrechte Bevölkerungsexplosion, die unter der Herrschaft der Tudors um das Dreifache anstieg. Nicht nur die Wirtschaft florierte, sondern auch die Kunst erlebte unter der Herrschaft von Elisabeth I. ihre Blütezeit und Dichter wie etwa Shakespeare konnten ihr Talent voll entfalten.
Nach dem Tod Elisabeths I. gelang es James I. England und Schottland zu einem Königreich zu vereinen und die Herrschaft der Stuarts begann. Zwei Jahre nach der Thronbesteigung von James I. versuche Gey Fawkes im berühmten "Gunpowder-Plot" die Königsfamilie und alle Parlamentarier zu töten. Doch der Anschlag missglückte und die Londoner gedenken dieses Ereignisses noch heute am 5. November mit einem Umzug durch London, bei dem eine Puppe verbrannt wird, die Guy Fawkes symbolisiert.
Während dieser Zeit erstarkte der Puritanismus in England, der im 17. Jh. unter Oliver Cromwell seinen Höhenpunkt erreichte. Cromwell führte die Opposition gegen den damaligen König Karl I. an und der Konflikt weitete sich zu einem Bürgerkrieg aus, der in der Hinrichtung des Königs endete. Durch dieses Ereignis versank London jedoch im Chaos und so wurde 1660 die Monarchie wieder hergestellt. Wie sich herausstellte, stand den Londonern aber noch Schlimmeres bevor, da 1665 die Pest wieder einmal Einzug erhielt in die Stadt an der Themse und nur ein Jahr später der grosse Brand etwa vier Fünftel Londons zerstörte. Die traurige Bilanz dieser beiden Ereignisse war der Tod von über 100'000 Menschen und nicht wenigere verloren beim Great Fire ihr Dach über dem Kopf. Dennoch galt London unter George I. im 18. Jh. mit einer Million Einwohnern als die grösste Stadt der Welt.
Dank des ausgeprägten Kolonialismus der Engländer war England im 19. Jh. zur Hauptstadt eines welt umspannenden Imperiums geworden. Die Industrialisierung verschaffte Grossbritannien einen nie da gewesenen Aufschwung und liess die Kluft zwischen den sozialen Klassen immer weiter auseinander klaffen. Während des zweiten Weltkrieges wurde London während zwei Monaten bombardiert und viele Londoner verliessen ihre Hauptstadt für immer. Die fehlenden Arbeitskräfte wurden durch Einwanderer aus den ehemaligen Kolonien kompensiert und bescherten London den kulturellen Mix. In der zweiten Hälfte des 20. Jh. prägten zwei Frauen die Politik und Gesellschaft Englands. Ab 1979 führte Margaret Thatcher für 20 Jahre Grossbritannien mit eiserner Hand. Die im Jahre 1953 zur Königin gekrönte Elisabeth II. überstand manch royalen Skandal und ist bis zum heutigen Tage das Staatsoberhaupt des Commonwealth.